Elementare Lebensthemen, die uns in der Reittherapie begegnen

Kontakt

„Wir können uns nur weiterentwickeln, wenn wir in Kontakt gehen“ (Franz Mittermair in: Neue Helden braucht das Land)

Wenn uns das Leben hart mitspielt, ziehen wir uns oftmals zurück. Weil Kontakt zu anderen Menschen zu schmerzhaft geworden ist. Doch durch den Verlust des Kontakts zur Umwelt und anderen Menschen verlieren wir auch den Kontakt zu uns selbst- zu unserem Körper, unseren Bedürfnissen und Emotionen. Was übrig bleibt, ist eine Maske. Eine Schutzhülle, hinter der wir uns verstecken.

In der Reittherapie können wir in einem sehr achtsamen, sensiblen Rahmen den verloren gegangenen Kontakt wieder finden. Denn Pferde besitzen die Fähigkeit, durch unsere aufgebauten Schutzhüllen einfach hindurch zu sehen. Unseren wahren Kern der Persönlichkeit wahrzunehmen. Mit allen Stärken und allem Schmerz. Sie können uns in unserem Inneren berühren.

Über den Kontakt zum Pferd kann wieder Vertrauen und Kontaktfähigkeit wachsen. Wir berühren und lassen uns berühren: Ich gehe mit allen Sinnen wieder in Kontakt mit dem Leben um mich herum. Ich zeige mich. Dazu braucht es Mut und Selbstbewusstsein.

Auch gesunde Abgrenzung kann hier geübt werden: wie viel Raum brauche ich? Wie viel Nähe möchte ich zulassen? Wie teile ich das mit?

Pferde als Herdentiere sind darin gut Vorbilder: sie lehren uns, unseren Raum zu verteidigen und gleichzeitig in Kontakt zu bleiben.

Emotionen

Viele unserer Emotionen haben wir im Laufe unseres Lebens ins Unterbewusstsein gedrückt. Weil wir niemanden hatten, der uns einen guten Umgang damit vorgelebt hat: wie kann ich mit meinen Gefühlen achtsam umgehen, ohne sie zu unterdrücken und ohne anderen damit zu schaden?

Besonders negative Emotionen wie Angst und Wut haben wir gelernt zu unterdrücken. Weil sie „nicht sein dürfen“. Weil sie zu viel Schaden anrichten können. Nur richten sie dann in unserem Unterbewusstsein an uns selbst Schaden an: Dauer-Anspannung, psychosomatische Erkrankungen und Erschöpfungszustände sind eine häufige Ursache von unterdrückten, unverarbeiteten Gefühlen.

Die Lösung heißt Hinschauen. Akzeptieren. In einem achtsamen Rahmen Zulassen und Durchleben.

Auch da helfen uns die Pferde, die ihre Gefühlszustände sofort ins Außen tragen und sichtbar machen: über die Koppel rennen, buckeln, springen, wälzen, abschnauben. Bis die Anspannung wieder vorbei ist.

Körperwahrnehmung

Unser Körper und unsere Emotionen sind eng miteinander verwoben. Viele Sprichwörter aus unserem alltägliche Sprachgebrauch machen das deutlich: „Die Seele baumeln lassen“, „Etwas liegt mir schwer im Magen“, „ Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen“.

Emotionale Spannungszustände zeigen sich häufig über körperliche Anspannungen und Schmerzen. Wir können diese Verbindung auch für unsere Vorteil nutzen und über den Zugang des Körpers das innere Gleichgewicht fördern. In Balance sein heißt in Bewegung sein. Jeder Schritt ist ein ständiger Wechsel von Balance und Dysbalance. Ohne dieses Wechselspiel findet keine Bewegung statt. Lebendigkeit ist immer in Bewegung. Ein Wechselspiel aus Anspannung und Entspannung.

Dieses Dynamik können wir in der Reittherapie in der Bewegung mit und auf dem Pferd ganz praktisch erleben.

Mit Atemübungen, Übungen zur Körperwahrnehmung und Koordination nehmen wir wieder Kontakt zu unserem Körper auf. Spüren in uns hinein. Nehmen wahr, was unser Körper uns mitteilen möchte.

Wir atmen aus. Lassen Lasten los. Finden Leichtigkeit und Lebensfreude wieder.


Interessiert, das selber zu erfahren? Aus dem Kopf raus ins Erleben zu kommen?

Nehmen Sie Kontakt auf, gehen Sie den nächsten Schritt! Probieren Sie es selbst aus, ob Reittherapie für Sie ein hilfreiches Angebot sein könnte!